Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas tagt in Karlsruhe

Ein Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Verkehrswende

Landkreis Karlsruhe · 09. Dezember 2024
Über 200 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Europa befassten sich im Rahmen der Tagung des Rats der Gemeinden und Regionen Europas mit Lösungsansätzen für einen nachhaltigen Öffentlichen Personennahverkehr.
Über 200 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Europa befassten sich im Rahmen der Tagung des Rats der Gemeinden und Regionen Europas mit Lösungsansätzen für einen nachhaltigen Öffentlichen Personennahverkehr.
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Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein ganz wesentliches Mittel, um Menschen miteinander zu verbinden. Damit das aber gelingt, muss dieser sich stetig weiterentwickeln und den wachsenden Anforderungen mit nachhaltigen Lösungen begegnen. Lösungen, wie das in Zukunft aussehen kann, waren Thema bei der Tagung des Rats der Gemeinden und Regionen Europas (Council of European Municipalities and Regions – CEMR), die am Montag, 9. Dezember, in der Gartenhalle in Karlsruhe stattfand. Über 200 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Europa kamen zusammen. Gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe und Unterstützung der EnBW AG, init GmbH, PTV Planung Transport Verkehr GmbH und den Karlsruher Verkehrsverbund GmbH (KVV) richtet der Landkreis Karlsruhe die zweitägige politische Veranstaltung aus.

„Es ist uns wichtig zu zeigen, dass die Arbeit der Kommunen bis auf die europäische Ebene ausstrahlt und andersherum“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Co-Präsident des CEMR, zu Beginn. „Viele Probleme, die wir bei der Erfüllung unserer kommunalen Aufgaben haben, teilen wir mit anderen Städten, Gemeinden und Regionen. Oftmals geht es dabei beispielweise um rechtliche Rahmenbedingungen, die uns auferlegt werden. Von den Erfahrungen der anderen zu profitieren und gemeinsam europäische Lösungen zu entwickeln, bringt uns alle vor Ort voran“, ergänzte er. Ein prominentes Beispiel für gemeinsame Ziele sei der Ausbau des ÖPNV. Vor dem Beginn der offiziellen Tagung setzte der KVV daher einen ersten Impuls: Bei einer Fahrt mit einem Schienenfahrzeug der neuesten Generation auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Rastatt mit Eindrücken des Karlsruher Stadtbahntunnels präsentierte dieser zahlreichen Mitgliedern des CEMR-Komitees die Vorteile und Besonderheiten des Karlsruher Modells und des Mobilitätsverbundes.

Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung des Rats der Gemeinden und Regionen Europas sprachen Vertreter von EnBW, init und PTV gemeinsam mit Kommunalpolitikern über die Umsetzung eines nachhaltigen ÖPNV.
Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung des Rats der Gemeinden und Regionen Europas sprachen Vertreter von EnBW, init und PTV gemeinsam mit Kommunalpolitikern über die Umsetzung eines nachhaltigen ÖPNV.
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In einer Podiumsdiskussion am Mittag wurde das Thema dann erneut aufgegriffen. Kommunale Vertreter und Akteure der Wirtschaft kamen zusammen, um Wege aufzuzeigen, wie Regionen durch den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs noch besser vernetzt werden können und wie dessen nachhaltige Gestaltung aussehen kann. Steffen Ringwald, Geschäftsführer Netze BW GmbH, gab zunächst Einblicke in den Energiesektor. „Mobilität braucht Energie und Vernetzung, nur so kann es funktionieren“, betonte er in seinem Vortrag. In einer anschließenden Podiumsdiskussion zeigten die unterschiedlichen Akteure ihre Perspektive auf. Mit dabei waren neben Landrat Dr. Christoph Schnaudigel auch Philippe Laurent, Bürgermeister von Sceaux in Frankreich und Co-Präsident des CEMR, sowie Wobine Buijs-Glaudemans, Bürgermeisterin von Oss in den Niederlanden.

Mittelpunkt der Überlegungen waren digitale Ansätze. „Digitalisierung und übergreifende Zusammenarbeit sind die Schlüsselelemente zu einem nachhaltigen und wirtschaftlich tragbaren ÖPNV“, bilanzierte Andreas Mörder, Geschäftsführer init GmbH. Eine Ausrichtung, der auch Peter Möhl, Vizepräsident Central Eastern Europe PTV Group – Part of Umovity, folgte: „Digitale Tools eröffnen heute mehr Möglichkeiten denn je, den öffentlichen Nahverkehr zukunftsweisend zu gestalten. Sie tragen dazu bei, einen attraktiven und verlässlichen Service für die Nutzenden bereitzustellen und zugleich eine nachfrageorientierte sowie wirtschaftliche Planung zu ermöglichen – eingebettet in ein ganzheitlich konzipiertes Mobilitätssystem der Zukunft.”

Begleitet wurde die Diskussionsrunde von Fabrizio Rossi, Generalsekretär des CEMR. „Städte und Kommunen sind die ersten, die globale Herausforderungen spüren und ihnen begegnen müssen. Sie setzen die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft um, steuern die Migration oder überdenken die Verkehrssysteme und lokalen Dienstleistungen, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Beim CEMR Leaders’ Summit in Karlsruhe werden lokale und regionale Regierungen aus 41 Ländern – die eine Million gewählte Amtsträger in Europa repräsentieren – Prioritäten und Lösungen diskutieren und wichtige Initiativen vorantreiben, um auf lokaler Ebene ein besseres Europa zu schaffen.“