Landratsamt Enzkreis erstellt kreisweites Klimaanpassungskonzept

Das novellierte Klimagesetz Baden-Württemberg verpflichtet alle Stadt- und Landkreise, Klimaanpassungskonzepte zu erarbeiten und auch den Kommunen wurden neue Aufgaben in der Klimaanpassung und Wärmeplanung übertragen.

Enzkreis · 25. Februar 2026
Stehen in den Startlöchern, um das Klimaanpassungskonzept für den Enzkreis zu erarbeiten: (von links) Friederike Würth, Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt und Edith Marqués Berger
Stehen in den Startlöchern, um das Klimaanpassungskonzept für den Enzkreis zu erarbeiten: (von links) Friederike Würth, Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt und Edith Marqués Berger
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Das Landratsamt hat bereits mit der Erstellung des Klimaanpassungskonzepts für den Kreis begonnen und wird dabei durch das Büro KlimaPlus aus Freiburg unterstützt. „Die dortigen Experten kennen den Enzkreis schon aus dem vorangegangenen LoKlim-Projekt (Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen), bei dem auch die Universität Freiburg involviert war“, erklärt Dr. Hilde Neidhardt, Erste Landesbeamtin und für den Klimaschutz zuständige Dezernentin des Enzkreises. Das Land finanziert das Konzept über Ausgleichszahlungen.

„Im Rahmen der Erstellung werden eine Analyse der gegenwärtigen und zukünftigen Veränderungen des Klimas im Kreis durchgeführt, besonders betroffene Gesellschaftsbereiche identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen zur Anpassung abgeleitet“, verdeutlicht Edith Marqués Berger, Leiterin des Sachgebiets Klimaschutz im Landratsamt. Die Ergebnisse würden im Klimaanpassungskonzept veröffentlicht.

„Die Folgen des Klimawandels sind auch im Enzkreis immer konkreter spürbar“, weiß Neidhardt. „In mehreren Gemeinden kam es in den vergangenen Jahren nach Starkregen zu Überschwemmungen und gleichzeitig führten anhaltende Trockenperioden im Sommer regelmäßig zu Beschränkungen bei der Wasserentnahme aus Oberflächengewässern. Daneben leiden die Wälder unter Hitzestress und der Forst muss sie umbauen und klimaresiliente Arten pflanzen,“ zählt sie Beispiele auf, die den dringenden Handlungsbedarf deutlich machen.

Für Edith Marqués Berger ist klar: „Das Konzept wird ein entscheidendes Instrument sein, um geeignete, auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnittene Maßnahmen zu entwickeln. Auf diese Weise können wir auch langfristig widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.“

Der Enzkreis sei dabei bereits auf einem guten Weg, ist Friederike Würth, Klimaschutzmanagerin im Landratsamt, überzeugt. Sie begleitet die Konzepterstellung: “Die Kommunen und das Umweltamt haben schon einiges an Vorarbeit geleistet, beispielsweise bei der Starkregenprävention“. Bereits 14 Gemeinden hätten Pläne zum Starkregenrisikomanagement erstellt, zwölf weitere befänden sich in der Ausarbeitung, so Würth. Auch beim Thema Trinkwasserknappheit sei der Enzkreis gut vorbereitet, denn 15 Gemeinden hätten bereits spezifische Gutachten und Maßnahmenpläne erarbeitet.

Nach der Fertigstellung des kreisweiten Klimaanpassungskonzepts, welches bis Anfang 2027 vorliegen soll, sind dann entweder durch die Kommunen selbst oder ebenfalls durch den Landkreis auch Konzepte für die kreisangehörigen Kommunen zu erstellen, die nach den gesetzlichen Vorgaben bis spätestens 2034 vorliegen müssen.

Das neue Klimagesetz verpflichtet die Gemeinden zudem, Wärmepläne zu erstellen. Bisher mussten dies lediglich kreisfreie Städte und Große Kreisstädte. „Einige Gemeinden gehen diese Aufgabe gemeinsam an und bilden Konvois“, sagt Würth. So hat sich die Stadt Heimsheim zum Beispiel mit Weil der Stadt und Weissach zusammengeschlossen, Mühlacker und Niefern-Öschelbronn haben ihre Wärmepläne eigenständig erstellt.

Um die Kommunen finanziell zu unterstützen, hat das Land das Förderprogramm KLIMOPASS neu aufgesetzt, zu dem die Kreisverwaltung und die keep gerne beraten.

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