Medizinstudium mal anders

Im BlockpraktikumPlus Allgemeinmedizin erhalten Medizinstudierende Einblick in aufsuchende Gesundheitsversorgung im Reutlinger „medmobil“

Landkreis Reutlingen · 22. April 2026
Austausch mit Medizinstudierenden am „medmobil“
Austausch mit Medizinstudierenden am „medmobil“
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Wer krank ist und Versorgung braucht, geht üblicherweise in eine hausärztliche Praxis. Aber wie funktioniert medizinische Versorgung für Menschen, die reguläre Angebote nur schwer erreichen? Dieser Frage widmete sich ein Zwischenseminar für Medizinstudierende bei der AWO Reutlingen. Im Mittelpunkt stand das Projekt „medmobil“, das bereits seit 2025 eine aufsuchende und niederschwellige medizinische Versorgung für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen im Landkreis Reutlingen ermöglicht.

Das Seminar wurde im Rahmen des Projekts „Regionen für ärztliche Ausbildung“ durch das Kreisgesundheitsamt Reutlingen gemeinsam mit der AWO Reutlingen sowie dem Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung und dem Bereich Studium und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen organisiert. Ziel ist es, angehende Ärztinnen und Ärzte frühzeitig mit den besonderen Herausforderungen in der Versorgung vulnerabler Gruppen vertraut zu machen. Die Regionen für ärztliche Ausbildung sind aus zuvor vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) geförderten Modellregionen hervorgegangen. Der Landkreis Reutlingen ist eine dieser neu entstandenen Regionen.

Organisiert wurde das Seminar im Rahmen des Projekts „Regionen für ärztliche Ausbildung“ von Kreisgesundheitsamt Reutlingen, AWO Reutlingen, dem Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung und dem Bereich Studium und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen.
Organisiert wurde das Seminar im Rahmen des Projekts „Regionen für ärztliche Ausbildung“ von Kreisgesundheitsamt Reutlingen, AWO Reutlingen, dem Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung und dem Bereich Studium und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen.
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Die Studierenden brachten eigene Erfahrungen aus ihren Blockpraktika in allgemeinmedizinischen Praxen ein und diskutierten gemeinsam Fallbeispiele. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Behandlung mit begrenzten Mitteln. Dabei wurde deutlich, wie sehr medizinisches Handeln unter eingeschränkten Bedingungen andere Kompetenzen erfordert: klinisches Denken, eine geschulte Beobachtungsgabe und die Fähigkeit zur Priorisierung gewinnen an Bedeutung, wenn technische Diagnostik nur begrenzt verfügbar ist.

Neben fachlichen Inhalten vermittelt das Projekt auch eine zentrale ärztliche Haltung: einen respektvollen, wertschätzenden und vorurteilsfreien Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Das „medmobil“ verbindet medizinische Basisversorgung mit sozialem Engagement - und eröffnet Studierenden die Möglichkeit, Medizin als gesellschaftlich verantwortungsvolle Aufgabe unmittelbar zu erleben.

Mehr Informationen zum „medmobil“ finden Sie hier: https://awo-reutlingen.org/medmobil/