„Sicher?“ – „Sicher!“ – Enzkreis startet Kampagne zum Bevölkerungsschutz

Vorsorgen für Krisen-Szenarien

Enzkreis · 23. März 2026
Von links: Erste Landesbeamtin Dr. Hilde Neidhardt, Kreisbrandmeister Carsten Sorg, Jürgen Hörstmann und Stefanie Frey (Pressestelle) sowie Landrat Bastian Rosenau.
Von links: Erste Landesbeamtin Dr. Hilde Neidhardt, Kreisbrandmeister Carsten Sorg, Jürgen Hörstmann und Stefanie Frey (Pressestelle) sowie Landrat Bastian Rosenau.
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Eine Broschüre in sechsstelliger Auflage, eine Internetseite mit umfangreichen Tipps und Tricks, dazu Videoclips und Socialmedia-Posts: Auf vielfältige Weise spricht der Enzkreis derzeit die Bürgerinnen und Bürger an. „Sicher?“ „Sicher?“ – „Sicher!“ heißt die Kampagne, die sensibilisieren und die Menschen motivieren soll, sich um die Vorsorge in Krisensituationen zu kümmern.

„Man sagt ja: Wenn jeder an sich denkt, wird keiner vergessen“, meinte Landrat Rosenau augenzwinkernd bei der Vorstellung der Kampagne. Der Enzkreis sei zwar als Untere Katstrophenschutz-Behörde dafür zuständig, Krisen und Katastrophen zu bewältigen. „Aber wir können nicht für alles sorgen, was den Menschen im Enzkreis fehlen könnte“, so der Kreis-Chef. Wichtig sei deshalb, dass sich jede und jeder Einzelne Gedanken mache, was man in einer Notlage braucht und wie man vorsorgen könne.

„Man denkt im Alltag gar nicht daran, was alles nicht mehr funktioniert, wenn zum Beispiel der Strom komplett weg ist“, verdeutlicht Kreisbrandmeister Carsten Sorg und erinnert an den großen Stromausfall in Berlin kurz nach Silvester: Zehntausende Haushalte waren tagelang Tage ohne Strom – und deshalb auch ohne Heizung. Mit Stromausfall müsse auch bei anderen Szenarien gerechnet werden: „Orkane, Starkregen, Überflutungen legen sehr oft die Energieversorgung lahm“, so Sorg. Gefahr drohe zudem durch Cyber-Attacken oder – wie in Berlin – durch Sabotage.

„Krisen und Katastrophen sind selten, aber wenn sie kommen, dann meist plötzlich und unerwartet“, meint Erste Landesbeamtin Dr. Hilde Neidhardt. Sie leitet im Krisenfall den Verwaltungsstab im Landratsamt, der sich um die kritische Infrastruktur und die Versorgung der Bevölkerung kümmern soll. Weil es aber nicht möglich sei, im Krisenfall alles zu organisieren und zu beschaffen, gelte als Leitsatz: „Der beste Schutz ist der Selbstschutz.“ Dafür solle die aktuelle Kampagne werben. Als Ideengeber fungierte dabei ein Landkreis in Schleswig-Holstein: „Ein Freund hat mir Infos aus dem Kreis Nordfriesland geschickt, da haben wir uns ein paar Sachen abgeschaut“, wie Neidhardt verrät.
 

Konkrete Tipps für die Vorsorge

In dieser Woche verschickt der Enzkreis die Bescheide für die Abfallgebühren; in jedem Umschlag liegt die Broschüre „Sicher? – Sicher!“. „Auf diese Weise erreichen wir zuverlässig jeden Haushalt – und nutzen einen Postversand, der ohnehin stattfindet“, betont Landrat Rosenau. Die Broschüre erklärt, womit bei verschiedenen Szenarien – darunter Feuer, Hochwasser oder Blackout – gerechnet werden muss. Und sie enthält konkrete Tipps, welche Vorräte eingelagert werden sollten, um für 10 Tage „sicher““ zu sein.

Außerdem gibt der Flyer Hinweise, welche Dokumente griffbereit sein sollten und wie die Bevölkerung im Krisenfall gewarnt und informiert wird. Die Internetseite www.enzkreis-sicher.de bietet darüber hinaus Informationen und Adressen für Menschen, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern im Bevölkerungsschutz aktiv werden wollen: bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem THW oder einem der Hilfs- und Rettungsdienste.
 

Botschaften mit einem Augenzwinkern vermitteln

„Wir wollen mit der Kampagne erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger eine mögliche Gefahr frühzeitig im Blick haben“, erklärt Bastian Rosenau – aber nicht mit drohend erhobenem Zeigefinger: „Wir erreichen die Menschen viel besser, wenn wir unsere Botschaften mit einem Lächeln, einem Augenzwinkern vermitteln.“ Ziel von „Sicher? – Sicher!“ sei es zudem, ein Stück Zuversicht zu vermitteln: „Wer das Gefühl hat, sich vorbereiten zu können, fühlt sich weniger hilflos und ohnmächtig“, ist der Landrat überzeugt.

Für Authentizität sorgen die „hauseigenen“ Models und Motive: „Wir haben ganz bewusst auf Stock-Fotos verzichtet und auf freiwillige Kolleginnen und Kollegen gesetzt“, erläutert Stefanie Frey von der Landkreis-Pressestelle. Auch für die Videoclips, die in den nächsten Tagen gefilmt werden, setze man auf „lokale Größen“ – darunter einen Zisterziensermönch, den Dr. Faust aus Knittlingen oder Landrat Rosenau selbst.

Ausgespielt werden die Clips dann als Teaser über die Socialmedia-Kanäle des Enzkreises. Auch über einen Whatsapp-Kanal, den das Landratsamt insbesondere für die Krisen-Kommunikation mit der Bevölkerung einrichtet. „Er wird am 30. März an den Start gehen und kann dann abonniert werden, um wichtige Informationen direkt aufs Smartphone zu bekommen“, ergänzt Freys Kollege Jürgen Hörstmann.

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