„Alle Projekte hätten es verdient, einen ersten Platz zu bekommen“, erklärte Landrat Prof. Dr. Christian Dusch bei der Vorstellung im Kreistagssaal. Aber ein Wettbewerb lebt eben doch von Abstufungen, und dabei hat es das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Durmersheim mit seiner modernen Theateradaption „ShaKIspear“ auf den ersten Platz geschafft.
Projektleiter Carsten Thein fasste als ein Ergebnis der siegreichen Theaterproduktion zusammen: „KI ersetzt nicht die Kreativität, die menschliche Gestaltung bleibt unverzichtbar.“ Mit 1.500 Euro ist das Siegerprojekt dotiert. Den zweiten Platz erreichte die Josef-Durler-Schule in Rastatt mit einer KI-basierten Zahlenerkennung, die auch mit schief gekritzelten Ziffern umgehen kann. Moritz Herrmann, der das Projekt leitete, las für das Tool einen Datensatz mit rund 200.000 Zahlen aus. Auf Platz 3 landete ein interaktiver KI-Avatar, der im Schulgebäude der Carl-Benz-Schule Gaggenau aufgebaut ist und Fragen der Schüler beantwortet. Projektbetreuer Christian Schmid ist überzeugt: „Da bleibt keine Frage offen.“
Initiator dieses Wettbewerbs ist Dezernent Burkhard Jung, in dessen Zuständigkeit auch die Schulverwaltung liegt. Er wollte die Schulen mit dem Wettbewerb dazu animieren, sich eines Zukunftsthemas anzunehmen: „Die kompetitive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz setzt innerhalb der Schulgemeinschaft kreative Kräfte frei, die motivieren, sich über den üblichen Unterrichtsstoff hinaus eigenständig mit Aufgabenstellungen zu beschäftigen und innerhalb eines Projektteams innovative Lösungen zu erarbeiten“, erklärt er.
Auf den folgenden Plätzen gab es einen KI-Assistenten für den sprachsensiblen Fachunterricht an der Elly-Heuss-Knapp-Schule Bühl. Ein Team von der Josef-Durler-Schule in Rastatt entwickelte eine automatisierte KI-basierte Bewässerungsanlage, für die Handelslehranstalt Rastatt entwickelte ein Team einen Chatbot für die Internetseite der Schule. Die Carl-Benz-Schule Gaggenau nimmt „Fake News in den Fokus“ und sensibilisiert für ein kritisches Bewusstsein. In einem weiteren Projekt dieser Schule erstellte eine andere Gruppe intelligente Kiosk-Analysen mit KI, anhand derer sich die künftigen Einkaufszahlen prognostizieren lassen. KI-Nutzung im Unterricht stellten schließlich die Erich Kästner-Schule Gaggenau und das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim vor.
Während der Präsentation aller Projekte beleuchtete Moderator Alexander Fischer – er leitet auch das Kreismedienzentrum – die Chancen und Risiken der KI. Dabei kam beispielsweise auch zur Sprache, dass pro 50 Anfragen bei ChatGPT rund 500 Milliliter Wasser für die Kühlung der Rechenzentren erforderlich sind. Oder eine Untersuchung mit 54 Probanden und dem Ergebnis: „Wer Aufsätze mit ChatGPT schrieb, zeigte die schwächste Hirnvernetzung – und konnte am Ende die eigenen Texte kaum noch zitieren.“ Ferner wurden durch KI rund 20 Prozent mehr Brustkrebsfälle entdeckt als bisher ohne. Fischers Fazit: „In der Schule müssen wir vermitteln, wie Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken KI reflektiert, kritisch und gewinnbringend einsetzen.“