Im Mittelpunkt des Besuchs standen kommunalpolitische Themen, Bevölkerungsschutz und der Besuch des Landwirtschaftlichen Hauptfests
Vom 30. September bis 3. Oktober 2026 hat der Rems-Murr-Kreis Delegationen aus dem Landkreis Meißen aus Sachsen, dem französischen Département Jura sowie von der Universität Pécs aus Ungarn begrüßt.
Mit dem Landkreis Meißen verbindet den Rems-Murr-Kreis in diesem Jahr bereits eine 36-jährige Partnerschaft. Diese langjährige, vertrauensvolle und lebendige Verbindung wird durch regelmäßige Begegnungen und persönliche Kontakte zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft getragen. Erstmalig nahm neben einer Expertengruppe der Universität Pécs auch eine offizielle Delegation aus dem Département Jura teil. Damit wurde ein klares Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft im Landkreis gesetzt. Im Austausch mit der Delegation aus dem Jura zeigten sich zudem zahlreiche gemeinsame Interessen und Gemeinsamkeiten.
Im Mittelpunkt der Begegnung standen neben dem persönlichen Kennenlernen auch konkrete kommunalpolitische Fragestellungen. Beim kommunalpolitischen Austausch im Landratsamt ging es daher um Themen, die Kommunen und Landkreise in ganz Europa gleichermaßen beschäftigen. Vorgestellt und diskutiert wurden die Haushaltskonsolidierung im Rems-Murr-Kreis, die Verwaltungsdigitalisierung sowie der Neubau der Integrierten Leitstelle. Dabei wurde deutlich: Steigende Aufgaben und Kosten, begrenzte finanzielle Mittel, die Umsetzung digitaler Verwaltungsangebote sowie der Bevölkerungsschutz sind Herausforderungen, die weit über regionale und nationale Grenzen hinausreichen.
Gerade deshalb ist der partnerschaftliche Dialog so wichtig. Es gibt immer neue Themen und Herausforderungen, die alle Kommunen gleichermaßen betreffen. Der Austausch bietet die Gelegenheit, voneinander zu lernen und zu erfahren, wie andere Regionen vergleichbare Aufgaben angehen. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen können dabei wertvolle Impulse für die eigene Arbeit geben.
Ein Höhepunkt des Besuchsprogramms war der gemeinsame Besuch des Landwirtschaftlichen Hauptfestes auf dem Cannstatter Wasen. An diesem Tag stand erneut das Thema Partnerschaften im Mittelpunkt: Die Tourismusregion Meissner Land präsentierte sich am Stand des Rems-Murr-Kreises gemeinsam mit dem Schwäbischen Wald und Remstaltourismus.
Wie eng Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus miteinander verbunden sind und gemeinsam zur regionalen Identität und Wertschöpfung beitragen, wurde anschließend auch beim Bühnentalk deutlich. Landrat Dr. Richard Sigel diskutierte mit Staatssekretärin Sarah Schweizer, der württembergischen Weinkönigin Natalie Schäfter sowie Martin Kurrle, dem Vorstandsvorsitzenden der Remstalkellerei, über die Bedeutung dieser Branchen für Heimat, Genuss und die Kulturlandschaft in Württemberg. Dabei standen gemeinsame Herausforderungen ebenso im Fokus wie Zukunftsperspektiven.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die aktuelle Situation des Weinbaus. Im Rems-Murr-Kreis stehen die Betriebe vor großen Herausforderungen. Mit dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept „Zukunft des Weinbaus im Rems-Murr-Kreis“ setzt der Landkreis gemeinsam mit den Weinbaukommunen auf eine aktive Gestaltung dieser Entwicklung. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Konzepts überreichte Staatssekretärin Sarah Schweizer einen Förderbescheid in Höhe von 472.500 Euro an die zehn Weinbaukommunen im Remstal. Landrat Dr. Richard Sigel nahm den Bescheid stellvertretend entgegen.
Zugleich bot das Partnerschaftstreffen Gelegenheit, weitere zentrale Themen und innovative Projekte im Rems-Murr-Kreis kennenzulernen. Durch Unternehmensbesuche bei Tesat-Spacecom GmbH & Co. KG und Kärcher Futuretech GmbH, im Showroom des Deutschen Zentrums für Satelliten-Kommunikation e.V., beim Besuch des Landtags von Baden-Württemberg sowie bei der Besichtigung der Wasserstofftankstelle in Waiblingen erhielten die Gäste vielfältige Einblicke in die Innovationskraft der Region. Dabei wurde deutlich, dass es im Kreis rund läuft und zukunftsweisende Ideen in ganz unterschiedlichen Bereichen vorangetrieben werden.
Das Partnerschaftstreffen hat einmal mehr gezeigt: Partnerschaften sind weit mehr als formale Beziehungen. Sie schaffen Verständnis, Vertrauen und konkrete Verbindungen – und sie bieten einen wichtigen Raum, um gemeinsame Zukunftsfragen im direkten Gespräch zu diskutieren.