Klimaschutz im Landkreis Lörrach: Emissionen sinken, Abstand zum Zielpfad bleibt

Klima-Reporting für das Jahr 2025 veröffentlicht

Landkreis Lörrach · 14. Oktober 2026

Der Landkreis Lörrach hat den neuen Klimaschutz-Report veröffentlicht. Der jährliche Bericht erscheint seit vier Jahren und zeigt, wie sich die Treibhausgasemissionen entwickeln, welche Bereiche besonders viele Emissionen verursachen und wie weit der Landkreis von seinen Klimazielen entfernt ist. Auch die Entwicklungen in den Städten und Gemeinden werden erfasst. Die Daten hat die Energieagentur Südwest erhoben und ausgewertet. Grundlage ist der Datenstand von September 2026. Da bisher noch nicht alle Daten vorliegen, sind die Ergebnisse für 2025 vorläufig.
 

Emissionen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau

Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Lörrach 1,34 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, also Kohlendioxid und andere Treibhausgase, ausgestoßen. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Gesamtenergieverbrauch sank um zwei Prozent, der Stromverbrauch um vier Prozent. Der Zielpfad sah für 2025 Emissionen von 1,18 Millionen Tonnen vor. Die Entwicklung zeigt zwar in die richtige Richtung, aber die tatsächlichen Emissionen lagen etwa 167.000 Tonnen beziehungsweise 14 Prozent über dem Zielwert. Um die Klimaziele zu erreichen, muss sich der Rückgang in den kommenden Jahren weiter verstärken.

Den größten Anteil an den Emissionen verursacht der Wärmesektor mit 667.000 Tonnen, das ist knapp die Hälfte der Gesamtemissionen. Es folgen der Verkehr mit 451.000 Tonnen (etwa ein Drittel), Industrieprozesse mit 115.000 Tonnen (8,5 Prozent) sowie Landwirtschaft und Landnutzung mit 96.000 Tonnen (7,1 Prozent). Auf den Stromsektor entfallen dank des hohen Anteils erneuerbarer Energien mit 16.500 Tonnen nur 1,2 Prozent.
 

Niedrigwasser bremst die Wasserkraft

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ging 2025 gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 Prozent zurück. Ursache war das Niedrigwasser infolge der langanhaltenden Dürreperiode. Dadurch konnten die Wasserkraftwerke deutlich weniger Strom erzeugen. Zudem war 2024 ein außergewöhnlich starkes Jahr für die Wasserkraft, wodurch der Rückgang im Jahresvergleich besonders deutlich ausfällt. Den eigenen Strombedarf konnte der Landkreis dennoch vollständig aus erneuerbaren Energiequellen decken. 906.000 Megawattstunden Ökostrom standen einem Verbrauch von 861.000 Megawattstunden gegenüber.

Die Wasserkraft ist eine tragende Säule der Stromversorgung im Landkreis. Sie hängt jedoch davon ab, wie viel Wasser die Flüsse führen. Trockenperioden und Niedrigwasser werden mit dem Klimawandel häufiger und der Strombedarf wird in den kommenden Jahren aufgrund der notwendigen Umstellung der Sektoren Wärme und Verkehr auf erneuerbaren Strom steigen. Deshalb ist es wichtig, die erneuerbare Stromerzeugung auf mehrere Standbeine zu stellen. Erfreulich ist, dass der Ausbau der Photovoltaik im Landkreis weiterhin gut vorankommt. Im Jahr 2025 sind rund 37.000 MWp Bruttoleistung hinzugekommen. Das ist so viel wie in keinem Jahr zuvor.
 

Wärme: Größtes Handlungsfeld

Im Wärmesektor stieg der Fernwärmeverbrauch um 32 Prozent. Die Wärme aus erneuerbaren Quellen nahm um 19 Prozent zu. Dieser Wert ist allerdings noch vorläufig, da die Daten der Schornsteinfeger fehlen. Gleichzeitig stieg der Erdgasverbrauch in privaten Haushalten und im Gewerbe um zwei Prozent. Die Wärmewende bleibt damit der wichtigste Hebel für den Klimaschutz im Landkreis.
 

Mobilität und Industrie
Die Emissionen im Mobilitätssektor sanken 2025 um ein Prozent. In der Industrie war die Abfrage der prozessbedingten Emissionen in diesem Jahr erschwert. Belastbare Daten liegen deshalb nur für die mineralische Industrie vor. Dort gingen die prozessbedingten Emissionen um sechs Prozent zurück.

Hintergrund
Ziel des Landkreises ist es, bis 2040 eine klimaneutrale Region zu werden und die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Grundlage des jährlichen Klimaschutz-Reportings ist ein Kreistagsbeschluss vom November 2022. Das Berichtsformat wurde gemeinsam mit der Energieagentur Südwest und Greenventory entwickelt.

Das Klimaschutz-Reporting, das Klimaschutzkonzept und weitere Informationen sind einsehbar unter www.loerrach-landkreis.de/klimaschutz .

Die im Text genannten Zahlen sind gerundet; die exakten Werte finden sich im vollständigen Report.


 

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