Sieben Stadt- und Landkreise stärken gemeinsam die Orientierung im Gesundheitssystem

Viele Menschen in Baden-Württemberg wissen nicht, an wen sie sich im Krankheitsfall wenden sollen. Ein neues Projekt von sieben Stadt- und Landkreisen, darunter auch der Landkreis Esslingen, soll das ändern. Ziel ist es, den Zugang zu medizinischer Hilfe einfacher und verständlicher zu machen.

Landkreis Esslingen · 01. Juli 2026

Rund 80 Prozent der Menschen im Land haben laut einer Studie Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Oft ist unklar, wann der Weg in die Notaufnahme nötig ist, wann Hausärztin oder -arzt ausreichen, oder wo es im Krisenfall schnelle medizinische Hilfe gibt.

Erhebungen zeigen zudem, dass sich vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, niedrigem Sozialstatus und eingeschränkten finanziellen Ressourcen schlecht im Gesundheitssystem orientieren können. Hier setzt das Projekt „Navi-G - Kreisübergreifende Stärkung der navigationalen Gesundheitskompetenz in urbanen und ländlichen Räumen“ an, das am 1. Juli 2026 startet. Das Ziel: Die Orientierung im Gesundheitssystem für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Beteiligt sind die Landeshauptstadt Stuttgart, der Landkreis Lörrach, der Landkreis und die Stadt Heilbronn, der Landkreis Ludwigsburg, der Landkreis Esslingen und der Landkreis Emmendingen.

Gemeinsam untersuchen die Stadt- und Landkreise zunächst, wo im Alltag die größten Hürden liegen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Beteiligten konkrete Hilfen. Die Lösungen sollen sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum funktionieren.

„Mit diesem gemeinsamen Projekt schaffen wir über Kreisgrenzen hinweg mehr Orientierung im Gesundheitssystem und erleichtern den Menschen den Zugang zur passenden Versorgung. Unser Ziel ist, dass unsere Einwohnerinnen und Einwohner schnell und verständlich die Unterstützung finden, die sie brauchen.“, sagt Landrat Marcel Musolf.

Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst finanziert und bis Ende 2028 umgesetzt. Das Projekt verbindet städtische und ländliche Perspektiven und schafft einen Rahmen, in dem Erfahrungen gebündelt und praktikable Lösungen über Kreisgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden. Begleitet wird das Vorhaben durch gemeinsame Steuerungsstrukturen, fachliche Expertise und eine fortlaufende Evaluation. Die Ergebnisse sollen nicht nur den beteiligten Kreisen zugutekommen, sondern auch auf weitere Regionen übertragbar sein.