KI im Fokus: Rund 90 praxisanleitende Pflegefachkräfte bei Fachtag im Landkreis Lörrach

Landrätin Marion Dammann begrüßte am Dienstag, 28. April 2026, rund 90 Pflegefachkräfte mit Zusatzausbildung zur Praxisanleitung im Landratsamt Lörrach.

Landkreis Lörrach · 30. April 2026
90 Praxisanleitende aus 30 unterschiedlichen Pflegebereichen nahmen an der Veranstaltung im Sitzungssaal des Landratsamts Lörrach teil.
90 Praxisanleitende aus 30 unterschiedlichen Pflegebereichen nahmen an der Veranstaltung im Sitzungssaal des Landratsamts Lörrach teil.
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Das jährlich stattfindende Treffen wurde im Rahmen des Ausbildungsverbunds Pflege von den Pflegefachschulen Manoah, Theresia-Scherer und Berufsfachschule der Kliniken zusammen mit Praxisvertreterinnen aus der Gevita, dem Eigenbetrieb Heime sowie der Koordinationsstelle Pflegeausbildung des Landkreises organisiert.

Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die digitale Kompetenzförderung in der Pflegeausbildung. Zwei Fachreferentinnen beleuchteten aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten.

Dammann betonte in ihrer Begrüßung die zentrale Rolle der Praxisanleitenden: „Sie begleiten Auszubildende von Beginn an, unterstützen den Transfer von der Theorie in die Praxis und nehmen zusammen mit den Lehrkräften die praktische Prüfung ab.“ Seit der Reform der Pflegeausbildung im Jahr 2020 hat die strukturierte und geplante Praxisanleitung deutlich an Bedeutung gewonnen.

Einen praxisnahen Einstieg in das Thema Digitalisierung bot der Vortrag von Tina Knoch (QUESAP Akademie): „KI als Mentor & Assistent – Die digitale Toolbox für die Praxisanleitung“. Hemmschwellen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz wurden gezielt abgebaut und an die Handhabung verschiedener KI-Tools herangeführt. In anschließenden Workshops vertieften die Teilnehmenden das Thema, diskutierten Chancen und Risiken und erprobten verschiedene Anwendungen. Dabei wurden pflegewissenschaftliche Erkenntnisse recherchiert und direkt in Fallbeispiele für die Anleitungssituation mit Auszubildenden umgewandelt. Digitale Werkzeuge können Praxisanleitende dabei unterstützen, Ausbildungsprozesse effizienter und individueller zu gestalten – und so mehr Zeit für die Arbeit mit Pflegeempfangenden zu schaffen.

Kirsten Weiland vom Landeskompetenzzentrum Pflege & Digitalisierung Baden-Württemberg referierte zum Thema "Fit für Digitalisierung – den digitalen Wandel (mit-)gestalten". Dabei hob sie nicht nur die Wichtigkeit digitaler Kompetenzen hervor, sondern erläuterte auch verschiedene Technologien für die Pflegepraxis. Im Zusammenhang mit der sogenannten Telematikinfrastruktur ging sie auf die elektronische Patientenakte, Televisiten, Telepflege und sprachgestützte Pflegedokumentation ein. Auch innovative Ansätze zum erlebnisorientierten Lernen, wie der Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen in der Ausbildung oder soziale Robotik zur Förderung von Kommunikation und Teilhabe, wurden thematisiert.

Neben den Fachimpulsen kam auch der interdisziplinäre Austausch nicht zu kurz. Im Ausbildungsverbund arbeiten Pflegefachkräfte aus der Akutpflege, Langzeitpflege, ambulanten Versorgung, Pädiatrie und Psychiatrie eng zusammen. Die Auszubildenden absolvieren in all diesen Disziplinen zwischen 120 und 400 Pflichtstunden.

Dank des Engagements der professionellen Praxisanleitenden kann in enger Zusammenarbeit mit den Schulen und den kooperierenden Verbundmitgliedern die Qualität der Pflegeausbildung im Landkreis auf hohem Niveau gesichert werden.

Weitere Informationen zur Pflegeausbildung im Landkreis Lörrach unter: www.loerrach-landkreis.de/pflegeausbildung