Berufsstolz ist (k)eine Selbstverständlichkeit

Fachveranstaltung der Kommunalen Pflegekonferenz zur Wichtigkeit von Stolz

Bei der dritten Fachveranstaltung im Namen der Kommunalen Pflegekonferenz des Landkreises Konstanz diskutierten Vertreter aus den Bereichen Pflege, Pflegeschulen, Beratung und Politik über Impulse zur Stärkung von Berufsstolz bei Pflegekräften. Unter den knapp 100 Teilnehmenden war auch Daniel Werthwein, Referent für Pflege, Integration und soziale Sicherung des Landkreistags Baden-Württemberg.
Monika Fink · Landkreis Konstanz · 23. Januar 2025
Referenten und Podiumsteilnehmer der Fachveranstaltung der Kommunale Pflegekonferenz zur Wichtigkeit von Stolz
Referenten und Podiumsteilnehmer der Fachveranstaltung der Kommunale Pflegekonferenz zur Wichtigkeit von Stolz
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Die Fachveranstaltung wurde eröffnet und moderiert von zwei renommierter Experten. Benjamin Walder, Leiter einer Station für Anästhesiepflege in Österreich und Trainer für interpersonelle Kompetenzen, sowie Martin Egerth, Diplom-Psychologe und Spezialist für Human Factors Training bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide, beleuchteten die Ursachen von mangelndem Berufsstolz. Ihr Fokus lag auf praktischen Ansätzen zur Förderung von Identifikation mit Beruf und Arbeitgeber. Dabei betonten sie die Bedeutung wertschätzender Kommunikation in Ausbildung und Arbeitsalltag. Stolz und das Bewusstsein darüber, was man bewirken kann, so die Referenten, tragen entscheidend dazu bei, personelle Fluktuation zu verringern und die Qualität der Pflege zu sichern. Eine Verbesserung der Umstände in der Pflege könne nur durch eine Stärkung der verschiedenen Kompetenzen herbeigeführt werden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion brachten Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege und Politik ihre Perspektiven ein. Patricia Bolte, Pflegerische Heimleitung Seniorenheim/ Kurzzeitpflege Engen, Stefan Gebauer, Leitung Geschäftsbereich Altenhilfe & Pflege Caritasverband Singen Hegau, Dr. Sabine Proksch-Pflegedirektorin Klinikum und Leiterin der Akademie für Gesundheitsberufe und Marcus Röwer, Bürgermeister Volkertshausen, diskutierten lebhaft über die Herausforderungen und die große Sinnhaftigkeit in der Pflege. Hier ging es erneut um die Wichtigkeit von Kompetenzen, damit eine der größten Berufsgruppen in Deutschland voller Selbstbewusstsein und Stolz für ihre Branche einstehen kann.

Ein weiteres zentrales Thema war die Frage, wie Berufsstolz sichtbarer gemacht werden kann. Dabei ging es darum, die Lage in der Pflege realistisch zu betrachten und motivierende Perspektiven aufzuzeigen. Die Diskussionsteilnehmenden waren sich einig, dass Wertschätzung auf allen Ebenen – von der Einrichtung bis zur Gesellschaft – unverzichtbar ist. Gleichzeitig wurde betont, dass nicht die Bezahlung ausschlaggebend für die Personalprobleme in der Pflegebranche sei.

Weitere Impulse gaben Überlegungen zur Förderung von gegenseitigem, generationenübergreifendem Verständnis, um Schuldzuweisungen zu vermeiden. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, die Durchsetzungsfähigkeit Einzelner zu stärken um das Potenzial der großen Berufsgruppe zu mobilisieren.

Nach der Podiumsdiskussion verabschiedete Stefan Basel, Leiter des Sozialdezernats im Landratsamt Konstanz, Susanne Mende. Sie hatte die Kommunale Pflegekonferenz seit ihrer Gründung 2020 maßgeblich mitgestaltet. Ihr Engagement wurde mit großem Dank gewürdigt.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Austausch aller Teilnehmenden auf der Dachterrasse mit Blick über den Bodensee. Bei sommerlichem Wetter bot sich die Gelegenheit zur Vernetzung und zum informellen Dialog.

Monika Fink von der Koordinierungsstelle Pflegeausbildung im Landratsamt Konstanz
Schlagworte: Konstanz , Pflege
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