Das Programm für die zweitägige Veranstaltung wurde gemeinsam in einem Team rund um die Obfrauen Eva Petersik (Landkreis Lörrach) und Antje Maurer (Landkreis Waldshut) mit der Geschäftsstelle des Landkreistags geplant und vorbereitet.
Zu Beginn verwies die Tagungsleitung auf den taggleichen bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ mit dem Landkreise, Städte und Gemeinden ein gemeinsames Zeichen setzen, um auf die kommunale Finanznot hinzuweisen. Die finanzielle Schieflage der kommunalen Ebene ist in allen Landkreisen bestimmend und betrifft auch den Bereich Integration. Beim gemeinsamen Blick in den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung „Aus Verantwortung fürs Land“ vom Mai 2026 zeigte sich indes, dass die Aufgaben und Ansprüche der Politik weiterhin hoch sind.
Darüber hinaus stand der erste Tag unter der Überschrift „Politische Bildung“. Zum einen wurde die Situation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Eingebürgerte aus der Perspektive der Landeszentrale für politische Bildung durch Nure-Laura Boga, Fachreferentin Integration u. Migration, und zum anderen aus der Perspektive des Landesverbands der kommunalen Migrantenvertretungen (LAKA) BW durch Argyri Paraschaki-Schauer, Geschäftsführerin, beleuchtet. Beide Referentinnen verstanden es bestens, die Fachkräfte aus den Landkreisen über ihre Arbeit und aktuellen Arbeitsschwerpunkte zu informieren. Bei so viel geballtem Fachwissen war es selbstverständlich, dass der Austausch und die Reflektion nicht zu kurz kommen durften.
Sofia Meingast und Céline Flumm vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) an der Universität Konstanz berichteten Aktuelles und weitere Planungen aus dem FGZ sowie zur Plattform KKI – Kompetenz Kommunale Integrationsarbeit. Das FGZ ist ein seit dem 1. Juni 2020 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördertes Institut, das in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt ist. Der Landkreistag hat die Einrichtung in Konstanz bereits 2019 im Rahmen eines „Letter of Intents“ unterstützt und arbeitet seitdem im Steuerungsgremium mit. Ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennt deren Angebote insbesondere durch die beiden Formate MittagsMeetingsIntegration (MMI) und ThemenTeams (TT):
Das MMI ist ein niedrigschwelliges, die Kommunalen Landesverbände übergreifendes Onlinetreffen, das einmal im Monat in der Mittagszeit (12.30 bis 13.30 Uhr) stattfindet und sich an aktuellen Bedarfen orientiert.
Ein TT ist eine die Kommunalen Landesverbände (KLV) übergreifende Gruppe von Integrationsbeauftragten und Expert*innen, die sich zu einer bestimmten Frage und aktuellen Problemstellung austauscht, Informationen zum Thema sammelt und Lösungen für die Praxis erarbeitet.
Der zweite Tag wurde für den fachlichen Austausch im Sinne der kollegialen Beratung genutzt. Die beiden Kolleginnen Mariam Koridze Araujo aus dem Landratsamt Esslingen und Barbara Tomforde aus dem Landratsamt Tübingen führten in die Themen Integration im Sinne der integrierten Sozialplanung und interkulturelle Öffnung bzw. Hürdenabbau in der Verwaltung ein. Der sich anschließende Diskurs zeigte die Bedeutung dieser Handlungsfelder für den Arbeitsalltag der anwesenden Integrationsbeauftragten.
Immer wieder kam die Auswirkung der desaströsen kommunalen Haushaltslage auf die Aufgabenbereiche rund um das Thema Integration zur Sprache. Dabei entstand ein Methodenkoffer Integration „Wir für uns“, der voll bepackt mit den Integrationsprojekten der letzten Jahre in den Landkreisen eine Arbeitshilfe für die Praxis darstellen soll und die Wirksamkeit der kommunalen Integrationsarbeit sichtbar untermauert.
Am Ende der zweitägigen Tagung waren sich alle einig, dass dieses Treffen im Tagungshotel St. Elisabeth sehr gelungen war. Die guten Vorträge, die kreativen Formate und der kollegiale Austausch wurden allseits gelobt. Der Dank gebührt allen Mitwirkenden, den engagierten Referentinnen und dem Team des Tagungshauses.