Parallel dazu wurde für Investitionen im Finanzhaushalt eine neue Obergrenze definiert: Für die laufende Legislaturperiode von 2024 bis 2029 sind jährlich maximal 20 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Betrag dient ausschließlich dem Erhalt des bestehenden Kreisvermögens – ohne den Aufbau neuen Vermögens. Berücksichtigt sind dabei ausschließlich Investitionen in eigenes Vermögen des Landkreises, nicht jedoch in Kliniken, Zweckverbände oder vergleichbare Einrichtungen.
Pflicht, Weisung oder freiwillig? Alle Aufgaben auf dem Prüfstand
Der Konsolidierungsprozess gilt als bislang beispiellos: Sämtliche Aufgaben des Landkreises wurden systematisch analysiert und neu bewertet. Dabei erfolgte eine Differenzierung zwischen Pflichtaufgaben, Weisungsaufgaben und freiwilligen Leistungen. Zusätzlich wurde ein strukturiertes Prozessmanagement als neues strategisches Steuerungsinstrument in der Kreisverwaltung eingeführt, um Abläufe effizienter zu gestalten und dauerhaft zu optimieren.
Die Verwaltung erarbeitete bereichsübergreifend zahlreiche Handlungsempfehlungen, die von einer eigens eingesetzten Haushaltskommission intensiv beraten wurden. In insgesamt neun Sitzungen zwischen September 2024 und Juli 2025 setzten sich die Mitglieder detailliert mit den Vorschlägen auseinander.
Die Kommission war mit Kreisrätinnen und Kreisräten aller Fraktionen besetzt und spiegelte damit die gesamte politische Breite des Kreistags wider.
Im Ergebnis 471 Handlungsempfehlungen beschlossen
Die intensive Arbeit mündete in insgesamt 471 Handlungsempfehlungen – einschließlich investiver Maßnahmen. Diese wurden in einer öffentlichen Sondersitzung des Kreistags am 25. Juli 2025 beraten und mit großer Mehrheit beschlossen.
Pflicht erfüllen und handlungsfähig bleiben
Mit „(Re-)Set 2026“ verfolgte der Landkreis Ludwigsburg das klare Anliegen, seine finanzielle Handlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern und die bestehenden Strukturen nachhaltig tragfähig auszurichten – ohne dabei zentrale Pflichtaufgaben zu beeinträchtigen.
Erfolgsfaktoren für eine gelingende Konsolidierung
Der Erfolg des Projekts beruhte auf mehreren tragenden Säulen: einer klar definierten, wenn auch ambitionierten Zielsetzung auf Grundlage eines verbindlichen schriftlichen Projektauftrags, einer entschlossenen Steuerung durch Dietmar Allgaier sowie einem sachorientierten und zugleich demokratisch geführten Diskurs innerhalb der Haushaltskommission. Hinzu kam die fachlich fundierte und überwiegend termingerechte Zuarbeit aus den Dezernaten. Eine Schlüsselrolle spielte dabei die hohe Expertise der Kämmerei, die maßgeblich zum Gelingen des Gesamtprozesses beitrug. Elementar war dabei die Teamfähigkeit der am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die verabschiedeten Handlungsempfehlungen bildeten die Grundlage für den Haushalt 2026. Im Ergebnis konnte die ursprünglich vorgesehene Kreisumlage von 38 auf 33 Prozentpunkte abgesenkt werden.
„ReSet 2027“ ist angelaufen
Auch im Hinblick auf das Haushaltsjahr 2027 setzt der Landkreis Ludwigsburg seinen eingeschlagenen Konsolidierungskurs fort. Mit „ReSet 2027“ wird ein weiterer strukturierter Überprüfungsprozess angestoßen, um die finanzielle Stabilität nachhaltig zu sichern. Ziel ist es, die Kreisumlage im Jahr 2027 stabil bei 33 Prozentpunkten zu halten und damit die erreichte Entlastung für die Städte und Gemeinden zu verstetigen. Besonders wertvoll sind dabei die im Vorprojekt (Re-)Set 2026 gewonnenen Erfahrungen und das neu installierte Prozessmanagement, damit die Neuausrichtung nachhaltig umgesetzt werden kann.